Bericht aus den Fränkischen Nachrichten vom 09.10.2015
Foto: (C) Adrian Brosch

BÖDIGHEIM. Den Zuhörer unterhalten und dabei noch kleine, aus dem Leben gegriffene Geschichten erzählen. Diesen Anspruch verfolgt der deutsche Schlager. Der in Bödigheim lebende Sänger Hansi Süssenbach kennt die Branche wie seine Westentasche – nicht nur als leidenschaftlicher Fan, sondern auch von der Bühne aus.

Der Musikrichtung sei der 50-Jährige, der 1967 aus dem Bonner Raum in den fränkischen Odenwald kam, schon seit seiner Kindheit verbunden. Eine dominierende Rolle spielte für ihn dabei die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck. „Das war absolutes Pflichtprogramm“, erinnert sich Süssenbach und fügt schmunzelnd an, sich immer „schick gemacht“ zu haben, wenn es vor den Fernseher ging. Echte Lieblingsstars hatte er dabei aber nicht. „Ich habe eigentlich alle Künstler gemocht“, bemerkt der Bödigheimer.

So passt es auch ins Bild, dass sich seine eigene Karriere auf keine direkten Vorbilder beruft. „Ich mag zwar einige, aber an denen messe ich mich nicht“, erklärt Süssenbach im FN-Gespräch, ehe er schildert, dass er erstmals 1997 in ein Studio kam. Und zwar nach Hennef (Sieg), wo bei Musikproduzent Helmuth Rüßmann damals so legendäre „Acts“ wie Wolfgang Petry oder die „Bad Boys Blue“ ein und aus gegangen seien. Eindrucksvolle Zeugnisse dieser Erfolge seien zahlreiche Goldene Schallplatten gewesen, die sich im ganzen Gebäude befanden. Und an dieser unter Kennern sehr bekannten Adresse nahm Hansi Süssenbach dann gemeinsam mit Thomas Hauptmann seine erste Single „Ich bin doch nicht blöd“ auf, auf welche das Album „Liebe macht blind“ folgte. Der sich anschließenden, bis 2004 währenden Zusammenarbeit mit Produzent Michael Dorth, entsprangen die Studioalben „Für euch“ und „Herzblicke“.

Der Heimat verbunden
Auch den einen oder anderen größeren Auftritt habe Süssenbach bereits hinter sich. „Dreimal habe ich etwa bei der Schlagerreise nach Mallorca mitgewirkt“, erklärt er. Auch im Bad Arolsener Tonstudio des Sängers und Flippers-Produzenten Uwe Busse, oder bei den in der Szene bekannten Moderatoren Lutz Ackermann oder Ekkehard „Ekki“ Göpelt war er bereits zu Gast. Als wohl berührendsten Moment definiert er eine Veranstaltung in Hannover: „Über 10 000 Menschen waren zu einem Event von Radio ,NDR 1′ gekommen, um DJ Ötzi oder G.G. Anderson zuzuhören – danach kam der Hansi aus dem kleinen Bödigheim auch noch auf die Bühne. Und alle konnten meine Lieder mitsingen.“ Freundschaftliche Verbindungen werden zudem mit Bata Illic gepflegt: „Ich hatte eine tanzbare Version seines Klassikers ‚Candida‘ aufgenommen und an einem Konzert gesungen, ehe Bata zu mir kam und fragte, ob er meinen Remix adaptieren dürfe.“

Bei seinen Live-Konzerten, die meist in Nordrhein-Westfalen oder im Bereich Berlin/Brandenburg stattfinden, setzt der 50-Jährige derweil auf Spontanität: „Zuviel Show wirkt einfach unecht, bei mir soll es in erster Linie um die Musik gehen“, bemerkt er und bringt zum Ausdruck, sich auch stets individuell auf sein Publikum einzustellen. „Einstudierte, an jedem Konzert wiederholte Gags wird es bei mir nicht geben.“
Aktuell befindet sich wieder ein neues Album „in der Mache“. Dafür hat sich der bekennende Odenwälder für seine Fans etwas ganz Spezielles ausgedacht. „Am 31. Oktober präsentiere ich meine neue CD ‚Alles was geht‘ in der Buchener Stadthalle“, freut er sich. Diese Gelegenheit sei auch zugleich die exklusive Erstpremiere des Albums. „Verraten sei nur der lebensbejahende Kern der Texte, die in die Richtung ‚alles wird gut‘ gehen.“ Dass die von Stefan Pössnicker produzierte Longplay-CD ausgerechnet in der Buchener Stadthalle vorgestellt wird, „ist für mich eine Herzenssache“, so Hansi Süssenbach. Er sei nämlich „absolut begeistert“ von dem Gebäude. „Ich habe den Abriss der Frankenlandhalle zwar anfangs noch bedauert“, gibt er zu, „aber als ich dann die Haagstraße entlang fuhr und die Stadthalle erstmals gesehen habe, kam es mir vor, als würde sie da schon immer stehen“.

Seiner Heimat ist Süssenbach in hohem Maße verbunden. „Oft hat man mir zwar schon empfohlen, nach Nordrhein-Westfalen zu ziehen, wo meine Bekanntheit besonders groß ist, aber ich wäre dort sicher unglücklich.“ Die Familie sei mit der Region und insbesondere mit Bödigheim und Buchen stark verwurzelt. „Wir sind froh, hier zu wohnen“, bemerkt auch Ehefrau Susanne. ad

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 09.10.2015